- Stabiles Marktszenario mit Wachstumserwartungen im Segment der alkoholfreien Getränke
- Alkoholfreie Getränke in einzelnen Segmenten wachsen, Bier bleibt emotional relevant
- BrauBeviale 2026 bündelt Lösungen für ein breites Getränkeportfolio
Die Getränkemärkte in Europa entwickeln sich derzeit in zwei Richtungen gleichzeitig: Gemäß dem Wunsch der Konsumenten nach Selbstoptimierung wachsen einerseits Energy Drinks, funktionale Getränke und alkoholfreie Konzepte. Andererseits bleibt das Bedürfnis nach Gemeinschaft, Atmosphäre und gemeinsamen Erlebnissen hoch – gerade in wirtschaftlich und gesellschaftlich angespannten Zeiten. Hintergründe zu diesen Entwicklungen greift die „BrauBeviale meets Europe“-Tour auf, die am 09. Juni 2026 Station in Warschau macht.
Die Märkte in Polen und den baltischen Staaten zeigen ähnliche Tendenzen wie andere europäische Regionen. Der Konsum alkoholischer Getränke bleibt stabil oder ist gar rückläufig, während der Markt der alkoholfreien Getränke in einzelnen Segmenten wächst. Abgekoppelt aufgrund der aktuellen Situation zeigt sich der Getränkemarkt in der Ukraine, für den in nahezu allen Getränkekategorien kontinuierliche Rückgänge prognostiziert werden.
Polen im Detail
Hinsichtlich der Gesamtbetrachtung von alkoholfreien Getränken zeigt sich für Polen ein ähnlich stabiles Bild wie im gesamteuropäischen Durchschnitt. Das Gesamtvolumen für alkoholfreie Getränke liegt in Polen im Jahr 2025 bei 227 Litern pro Kopf, gegenüber einem europäischen Durchschnitt von 179 Litern. In der Kategorie Erfrischungsgetränke liegt der europäische Durchschnitt – gemäß dem Datenmaterial von Statista Market Insights – bei einem Marktvolumen im Jahr 2025 bei 65,4 Litern pro Kopf und wird weiterhin auf diesem Niveau verbleiben. Polen zeigt in diesem Getränkesektor ein Volumen von 79,6 Litern.
Wachstumsprognosen zeigen sich für Polen für das Segment Energy Drinks mit einem geschätzten Wachstum von plus 10 Prozent bis 2030 – ausgehend von einem Niveau in 2025 von knapp 12Litern pro Kopf.
Im Getränkesegment Mineralwasser könnte Polen ausgehend von einem Pro-Kopf-Volumen im Jahr 2025 mit 123,73 Litern einen Zugewinn bis 2030 von etwa 3 Prozent erreichen. Interessant ist das insbesondere vor dem Hintergrund, dass im europäischen Durchschnitt hier ein Rückgang von etwa 3,7 Prozent erwartet wird.
Gleichlaufend wachsend im Vergleich zum europäischen Durchschnitt sind die Perspektiven für RTD-Getränke: In der europäischen Gesamtbetrachtung wird für diese Getränkekategorie ausgehend von einem Pro-Kopf-Volumen von 1,28 Litern ein Wachstum von 7 Prozent erwartet. Polen liegt bei einem Volumen von 1,04 Litern pro Kopf im Jahr 2025 – die Wachstumsprognosen liegen bei einem Plus von 10,6 Prozent bis 2030.
Baltische Staaten im Detail
Das Gesamtvolumen für alkoholfreie Getränke liegt für das Jahr 2025 im Durchschnitt in Europa bei rund 179 Litern; für die baltischen Staaten wird dieser Wert bei 144,4 Litern einsortiert. In der Kategorie Erfrischungsgetränke kommen die baltischen Länder auf ein Pro-Kopf-Volumen von 66,2 Liter gegenüber einem europäischen Durchschnitt – gemäß dem Datenmaterial von Statista Market Insights – von 65,38 Litern pro Kopf im Jahr 2025. Während für Gesamteuropa hier keine Veränderungen erwartet werden, prognostizieren die Marktforscher für diese Region in dieser Getränkeart Wachstumschancen. Der Zuwachs soll bis 2030 bei +7,4 Prozent liegen.
Auch in den baltischen Staaten wird – abgekoppelt von den allgemeinen Marktentwicklungen – im Segment Mineralwasser Wachstum erwartet. Für 2025 liegt der Wert bei 66,1 Litern pro Kopf; bis 2030 soll sich hier Zuwachs in Höhe von etwa 15 Prozent einstellen.
Gleichlaufend wachsend im Vergleich zum europäischen Durch-schnitt sind die Perspektiven für RTD-Getränke: In der europäischen Gesamtbetrachtung wird für diese Getränkekategorie ausgehend von einem Pro-Kopf-Volumen von 1,28 Litern ein Wachstum von 7 Prozent erwartet. Für die baltischen Länder wird ein Wert von + 13,4 Prozent bis 2030, ausgehend von einem Pro-Kopf-Volumen von 4,4 Litern im Jahr 2025 prognostiziert.
Ukraine – Marktentwicklung bleibt offen
Das Gesamtvolumen für alkoholfreie Getränke liegt für das Jahr 2025 im Durchschnitt in Europa bei rund 179 Litern; für Ukraine wird dieser Wert bei 80,8 Litern einsortiert. In der Kategorie Erfrischungsgetränke kommt die Ukraine auf ein Pro-Kopf-Volumen von 38,2 Litern gegenüber einem europäischen Durchschnitt – gemäß dem Datenmaterial von Statista Market Insights – von 65,4 Litern pro Kopf im Jahr 2025.
Für alkoholhaltige Getränke wird in der Ukraine ein Marktvolumen von 39,3 Litern pro Kopf im Jahr 2025 genannt. Aussagen zur Marktentwicklung sind für diesen Markt derzeit nicht umfassend möglich. Die Datenbasis bei Statista nennt für diesen Markt einen weiteren Rückgang im Marktvolumen.
Bier als „soziales Schmiermittel“
Auch alkoholfreie Angebote im Segment Bier gewinnen an Bedeutung. Der Pro-Kopf-Verbrauch alkoholfreier Biere lag im Jahr 2025 in Polen bei 5,1 Litern und in den baltischen Staaten bei 2,2 Litern sowie in der Ukraine bei rund 1 Liter pro Kopf. Europaweit lag der Wert bei 2,7 Liter pro Kopf. Die Wachstumserwartungen in allen drei Märkten für diese Getränkeart liegen zwischen 8 und 12 Prozent – ganz gleichlaufend mit dem europäischen Durchschnitt von einem erwarteten Plus von 9 Prozent. Alkoholhaltiges Bier wird in allen Märkten mit stagnierenden Erwartungen verknüpft. Für 2025 lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Bier in Polen bei rund 82 Litern, in den baltischen Staaten in ähnlicher Höhe bei 84 Litern. Der europäische Durchschnitt für diese Getränkeart lag 2025 bei rund 47 Litern.
Analysen des rheingold Institut zeigen, dass dahinter mehr steckt als ein kurzfristiger Lifestyle-Trend. Viele Menschen konzentrierten sich in einer zunehmend unsicheren und schwer kontrollierbaren Welt stärker auf das, was sie selbst beeinflussen können: Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Flexibilität und persönliche Stabilität. Das Institut beschreibt diese Entwicklung als den Versuch, sich in einer komplexen Realität möglichst stabil und handlungsfähig aufzustellen. Ein Anspruch, der auch die Getränkewirtschaft verändert.
Das Bedürfnis nach Gemeinschaft und dem Gefühl von Sicherheit wächst. Gerade deshalb bleiben Getränkesegmente wie Bier relevant. Bier steht für etwas Vertrautes. Für Handwerk, Herkunft und Tradition. In einer unsicheren, von technologischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Disruption geprägten Welt, gewinnt genau diese Bodenständigkeit wieder an Bedeutung.
„Biermarken eignen sich ideal dazu, Orte, Atmosphären und Stimmungen zu schaffen, an denen ein Gemeinschaftsgefühl erlebt und in den Mittelpunkt des Erlebnisses gestellt werden kann“, erklärte Institutsexperte Paul Bremer beim ersten Tourstopp der BrauBeviale meets Europe-Tour in Kopenhagen. „Biermarken und Gastronomie sollten Orte bieten, die ein Gefühl der Zusammengehörigkeit vermitteln.“
Wo die Getränkewirtschaft Antworten findet
„Wir erleben gerade sehr spannende Entwicklungen im Markt“, so Markus Kosak, Executive Director bei YONTEX GmbH & Co. KG. „Denn Verbraucherinnen und Verbraucher wollen leistungsfähig bleiben – möchten aber gleichzeitig auch gemeinsam genießen. Das bedeutet für unsere bestehenden, traditionsreichen Getränkesegmente – wie Bier –, dass sie weiterhin ihre Rolle im Markt festigen können. Gleichzeitig eröffnet der Wunsch nach Selbstoptimierung neue Chancen für Getränkehersteller. Unsere Aussteller haben das verstanden und zeigen Lösungen für alle Anforderungen der Branche in Europa.“
Das gesamte Messeprogramm der BrauBeviale 2026, die vom 10. bis 12. November 2026 in Nürnberg stattfindet, ist auf die Herausforderungen der europäischen Getränkewirtschaft ausgerichtet. Themen im Rahmenprogramm sind unter anderem neue Konsumgewohnheiten, alkoholfreie Konzepte, flexible Produktionsanforderungen sowie die Frage, wie Hersteller unterschiedliche Konsumanlässe wirtschaftlich bedienen können. Auf der Main Stage in Halle 9 spricht unter anderem Getränkeexperte Charles Nouwen, Peer to Beer, über die Rolle von Bier zwischen Tradition, Gemeinschaft und neuen Konsumgewohnheiten.
Ein regelmäßiger Blick auf die Website der BrauBeviale lohnt sich bereits jetzt: Die Aussteller- und Produktdatenbank ist online, weitere Informationen zum Rahmenprogramm werden laufend ergänzt und auch der Ticketshop für Besucherinnen und Besucher ist geöffnet.
Seden Kantarci, PR Managerin
Pressekontakt BrauBeviale
Sie haben Fragen zur BrauBeviale? Seden Kantarci und unser Presse-Team von TBN Public Relations GmbH unterstützen Sie gerne bei Ihrer Berichterstattung zur BrauBeviale.